Archiv für März 2006

Crest of the Stars / Banner of the Stars

Nicht nur der gemeine Filmliebhaber in mir ist von dieser Serie begeistert, die es inzwischen schon dreimal als TV-Serie verfilmt wurde. Eine Science Fiction-Story, die auf einer Romanvorlage basiert und es schafft, den Erzählstil der Bücher beizubehalten. Obwohl andauernd Raumschlachten stattfinden oder sonstwie Aufregung herrscht, wird den feinsinnigen Dialogen viel Zeit gewidmet – nett! Aber auch der Political Correctness-Kasper in mir ist zufriedengestellt, dass er sich nicht einmal aufregen muss. Es gibt absolut keine Gender-Unterschiede und niemand macht sich einen Kopf über weibliche oder männliche Chefs oder Generäle. Der wenige Fanservice ist dezent verpackt und Männer wie Frauen sehen gleichermaßen (un-)sexy aus.

Die Handlung der drei Serien und der einen OVA spielt in ferner Zukunft, in der das All von mehreren Nationen der Menschheit beherrscht wird. Die mächtigste ist das Kaiserreich der Abh, das eines Tages den Heimatplaneten unseres Helden Jinto erobert. Dank eines Deals seines Vaters werden beide sogleich in den Adelsstand erhoben, was sie zu Abh macht. Nachdem er die Sprache gemeistert hat, lernt Jinto die junge Abh Lafiel kennen – und beide werden in die Strudel der Ereignisse eines beginnenden Krieges zwischen den Nationen gezogen…

Kaiserreich, Adel und Imperium klingt dubios, ist dabei aber sehr erstaunlich fortschrittlich belegt. Blaues Blut spielt für die Abh keine Rolle, genauso wenig, wie die „Kin of the Stars“ sich großartig in das Leben der Bewohner jener Planeten einmischen, die sie erobern. Empire heißt hier stattdessen Fortschritt. Die Staatsbürgerschaft ist – trotz biologischer Unterschiede dank Genpfuscherei – schön republikanisch statt völkisch gelöst. Und nachdem jeder zweite Anime über Heimat und die Verbundenheit zu ihr lamentiert, war ich über die Reaktion Jintos im vierten Teil auf die Erkenntnis, dass er den Planeten seiner Jugend nie wieder betreten können wird, sehr erfreut. Als ihn Lafiel mangels Sprachkenntnissen fragt, wie sie sich von seinen Zieheltern verabschieden soll, die soeben die Nachricht von der Exilierung überbracht haben, legt er ihr einen eindeutigen Satz in den Mund: „I will become his world, and will make him my world.“

Monster

Jahre ist es her, dass ich den Manga von Monster angefangen hatte. Nur um mit Band 3 aufzuhören, weil ich wußte, dass ich die Spannung bis zum Ende – in Band 18 oder so – schwer aushalten würde. Das nähert sich nun in der deutschen Veröffentlichung, und um mich einzustimmen, wollte ich mal in den Anime reinschauen. Großer Fehler, denn der ist genauso packend, hat aber an die 74 Folgen zu bieten.

Naoki Urasawa – der auch für 20th Century Boys verantwortlich ist – hat hier die Geschichte eines jungen Arztes niedergeschrieben, der einen Mörder durch Europa verfolgt, dem er einst das Leben gerettet hat. Ein spannender Thriller, der bis von der Charakterentwicklung über die Schauplätze bis hin zu nur kurz auftachenden Nebencharaktere sehr gut ausgearbeitet ist!