Archiv für Juli 2006

The Melancholy of Haruhi Suzumiya

Das kam lange nicht mehr vor. Da wollte ich mich vor der Arbeit für die Uni drücken und habe letztens in die ersten Folgen von The Melancholy of Haruhi Suzumiya reingeschaut – nur, um mir dann im Verlauf eines Tages den Rest der 13-teiligen Serie anzuschauen. Wow.

Der Anime beginnt mit einem Film im Film. Eine Magical-Girl-Story mit all den Patzern, die Laiendarsteller, die eigentlich gar keine sein wollen, bei Amateuraufnahmen machen, wird dem Zuschauer inklusive der zynischen Kommentare des Kameramanns vorgeführt. Wird so eine High School-Comedy eingeführt? Es scheint so. Doch warum spricht am Ende des Films plötzlich die Katze?

Die Regisseurin des Filmchens ist Haruhi Suzumiya, eine antreibende, exzentrische und herrlich arrogante Schülerin auf der Suche nach dem Außergewöhnlichen im Leben – Aliens, Zeitreisenden, Espern oder einfach nur Abwechslung. Zu diesem Zweck sammelt sie eine Handvoll kurioser Charaktere in der SOS-Brigade um sich und gründet die SOS-Brigade, einen Club, der einzig und allein ihrer Unterhaltung dienen soll. Doch während Suzumiya sich wünscht, dass sich die Welt um sie dreht, tut sie es längst – mit tiefgreifenden Möglichkeiten, die ihre Begleiter herauszufinden versuchen…

Es ist nicht nur diese zweigleisige Handlung, die zu faszinieren vermag, sondern auch die Art, wie sie erzählt wird. So erleben die Zuschauer/innen das Geschehen aus der Sicht von Kyon, des namenlosen Tischnachbarn von Suzumiya, der ihre haarsträubenden Ideen mit einem ausgeprägten Zynismus begleitet. Seine Gedanken und seine Worte gehen dabei in einer nicht auseinanderzuhaltenden Art und Weise ineinander über. Zudem bedient sich der Anime nicht nur in allem, was die japanische und internationale Popkultur zu bieten hat, und kann selbst die eingefleischtesten Nerds noch mit Insiderhumor überraschen – von Trekkis bis Fans der freudschen Psychoanalyse. Dass die Folgen nicht chronologisch gezeigt werden, ist zuletzt die Spitze der Verwirrung, die The Melancholy of Haruhi Suzumiya zu bieten hat.

Dass die Serie sich handwerklich keine Vorwürfe gefallen lassen muss, steht außer Frage. Damit ist er nicht nur für mich eine der großen Überraschungen der letzten Monate. In kürzester Zeit ist eine Fanboyszene aus dem Boden geschossen, die sich inzwischen sogar der Übersetzung der dem Anime zugrundeliegenden und nicht minder interessanten Romanserie angenommen und den ersten Band bereits abgeschlossen hat. Es bleibt zu hoffen, dass noch weitere Teile animiert werden.

The Melancholy of Haruhi Suzumiya