Archiv für Oktober 2006

Rurouni Kenshin

Zum Glück gab es noch Punkerrandale. Aus dem Fenster zuzuschauen, wie die Jenossen einen betrunkenen Assi vor die Tür unserer Kneipe setzten und der mit einer ganzen Kanonade von Schimpfwörter antwortete (Platz 1: „Alta!“), war spannender, als sich von der Uniarbeit mit der dritten Staffel von Rurouni Kenshin abzulenken. Eine langweilige und vorhersehbare Story, schlechte Regie, dumpfe Charaktere.

Jedoch will ich mich durch das Ende der 94-teiligen TV-Serie um einen ehemaligen Attentäter aus der bürgerlichen Revolution in Japan, der dem Töten abgeschworen hat, wühlen, um mir den anschließenden Film und die finale OVA anzuschauen. Während die Serie einen Mix aus Komik und – ziemlich oft dämlich moralisierender – Action bietet („Weil ich für das Gute kämpfe und die beschütze, die mir wichtig sind, werde ich dich besiegen!“ – Ärks!) und dabei ab und zu unterhaltsam ist, gehört die OVA „Tsuiokuhen“ (in den USA unter dem Titel Samurai X: Trust&Betrayal erschienen) zu den Perlen japanischer Animationsfilmkunst.

In düsteren und ernstem Ton wird hier die Geschichte eines Jungen erzählt, der in den mörderischen Wirren des spätfeudalen Japan seine Schwertkunst für das Wohl der leidenden einfachen Bevölkerung einsetzen will und sich dafür den Revolutionären anschließt, die einen modernen, bürgerlichen Nationalstaat errichten wollen. Sein Weg zum Frieden ist jedoch als Auftragsmörder von unzählichen Leichen gepflastert, bis er eine geheimnisvolle Frau und während einer Zeit des Untertauchens erstmals Gefühle kennenlernt…

Nun hoffe ich, dass mich am Ende des ganzen Kenshin-Spektakels ein ähnlich dramatisches Finale erwartet. Nötig wäre es, denn unterhaltsamen Punkerstreß gibt es ja leider nicht alle Tage.