Archiv für November 2009

Nobuta wo Produce

Die Underdogs unter den Wimpelfähnchen – wer hat denn schonmal irgendwo Burundi flattern sehen? Nicht schlecht, und eine nette Auflockerung in dem sowieso schon netten J-Drama Nobuta wo Produce.

Ga-Rei Zero

Dass es die Sehgewohnheiten von westlichen Zuschauer/innen durcheinanderbringen kann, macht gerade deshalb das japanische Kino interessant – ohne es damit in der Exoten-Ecke kategorisieren zu wollen. Zuzusehen, wie der Geist eines Menschen gebrochen wird, ein Leben en détail zerstört wird, mögen Programmkino-Besucher/innen gewohnt sein; im Mainstream der Filmkunst folgt dem Drama jedoch zumeist ein versöhnliches oder ein heldenhaftes Ende.

Ein Anime, der sich dem in wesentlichen Teilen verweigert und stattdessen seinen Hauptcharakter zielstrebig in den Abgrund führt, ist die 12-teilige Fernsehserie Ga-Rei Zero aus dem vergangenen Jahr. Kündigt sich die erste Episode als scheinbar simples Action-Spektakel um paranormale Monster an, endet sie in einem plötzlichen Splatter-Spektakel an allen gerade erst eingeführten Charakteren – um in der nächsten Folge die eigentlichen Protagonisten und Antagonisten in einem weiteren Blutbad aufeinanderprallen zu lassen. Erst daraufhin begibt sich der Anime in einer tiefgehenden Charakterbetrachtung auf die Suche nach der Geschichte seiner Hauptpersonen, baut zu einer selbstbewußten jungen Frau und ihrem Umfeld eine nahe und ergreifende Bindung auf – um ihr und damit auch den Zuschauer/innen dann eine Reihe von Schlägen zu versetzen, die die Brutalität und den Hass der Einleitung zu erklären vermögen und in ein packendes Finale übergehen.

Dieses scheinbar simple Motiv, das letztendlich allerdings auch nicht ohne versöhnliche Elemente auskommt, ist in eine technisch mehr als saubere Ausführung verpackt, die den Anime zu einem spannenden Erlebnis macht und letztendlich auch Freund/innen von Action zufriedenstellen werden. Dies ist um so erstaunlicher, als dass der Anime die Vorgeschichte zu einem Shounen-Manga erzählt, den mittelmäßig zu nennen noch übertrieben wäre. Vergleichbar mit der OVA-Serie zu Rurouni Kenshin greift Ga-Rei Zero ein Teilelement aus einer gänzlich anderen Geschichte heraus und baut darauf eine eigene, charakter-getriebene Handlung auf.

Ga-Rei Zero ist damit freilich kein Meilenstein der japanischen Animationskunst, will auch gar keiner sein. Stattdessen liefert die Serie kurzweiliges und packendes Drama, das seine Zuschauer/innen bis zum tragischen Finale an den Bildschirm fesselt.

Ga-Rei Zero